Die Idee stammt aus den Niederlanden: Dort ist sie zu einem so großen Erfolg geworden, dass sie die Neugier in anderen Ländern geweckt hat. Auf dem Marktplatz werden gesellschaftliche Anliegen verhandelt: Nachfrage und Angebot von Freiwilligenarbeit bestimmen das Geschehen. Unternehmen und gemeinnützige Organisationen begegnen einander in einer informellen und dynamischen Atmosphäre.
Ziel des Marktplatzes ist es, Engagement-Vereinbarungen zu treffen. Viele Vereinbarungen, gute Vereinbarungen, unerwartete Vereinbarungen …
Wenn der Start-Gong ertönt, kommt Leben in die Szenerie:
Jeder ist bestrebt, den passenden Partner zu finden und gute Geschäfte zu machen. Nach höchstens eineinhalb Stunden ist alles vorbei. Mit einem Gläschen Sekt oder O-Saft wird auf das Marktplatz-Geschäft angestoßen. Der Schlussgong ertönt und die Zahl der Vereinbarungen wird verkündet. Fertig. (Fast. Denn in der Folge geht es natürlich darum, diese Übereinkommen für beide Seiten gewinnbringend umzusetzen.)
Die Vereinbarungen beziehen sich auf (Wo)manpower, Know-How, Zugang zu Netzwerken, Sachmittel, Infrastruktur und Kreativität. Um ein gutes Geschäft zu machen, ist es wichtig, dass die Parteien wissen, was sie fragen wollen und im Gegenzug bieten können.
Zum Beispiel: Die junge Webdesignerin gestaltet die Homepage für den Jugendfußballclub "11 Freunde" und erwirbt damit gleichzeitig Referenzen. Ein Grafiker entwirft für das nächste Stück des Amateurtheaters "Sieben Geißlein" das Bühnenbild und bekommt dafür Premierenkarten. Oder der etwas andere Betriebsausflug: Eine Schreinerei zimmert für den Kindergarten "Hundert Flöhe" binnen weniger Stunden ein Baumhaus und feiert anschließend bei einem von den Kindern vorbereiteten Sommerpicknick.
Der Kasseler Marktplatz hat das Ziel, neue Partnerschaften zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen zu stiften. Das gemeinsame Engagement für das lokale Umfeld ist gut fürs soziale Klima und macht unsere Stadt noch l(i)ebenswerter.
Die Projektleitung für den Kasseler Marktplatz hat das Freiwilligen Zentrum Kassel übernommen. Die Freiwilligenagentur sieht in der Marktplatzmethode eine gute Möglichkeit, Unternehmensengagement zu fördern und neue Netzwerke bürgerschaftlichen Engagements zu knüpfen. In Kooperation mit der Kasseler Sparkasse hatte das FreiwilligenZentrum Kassel sich im März 2006 für ein Pilotprojekt der Bertelsmann Stiftung beworben: "Soziale Partnerschaften mit Marktplätzen anregen". Die Kasseler überzeugten und erhielten aus einer Vielzahl von Interessenten den Zuschlag.
Folgende Partner bereiten den 2. Kasseler Marktplatz inhaltlich vor und unterstützen ihn in seiner Umsetzung:
FreiwilligenZentrum Kassel (Projektleitung)
Kasseler Sparkasse
Unternehmensberatung Müller + Partner
Journalistenbüro schwarz auf weiß
Roberts Marken & Kommunikation
Paritätischer Wohlfahrtsverband
Schaefer Steuerberater
HAWK – Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst
